Das Laufseminar hat begonnen



Am 4. April 2011 startete das Training des Laufseminars St. Margrethen. Wiederum haben sich 55 Läuferinnen und Läufer für die Trainings angemeldet, 12 davon sind neu dazu gekommen, die meisten als Laufanfänger. Die Gemeinde St. Margrethen hat verdankenswerter Weise wieder mitgeholfen bei der Vorbereitung und stellt uns erneut die Benutzung der Badi-Infrastruktur montags zur Verfügung.

 

Nach der Begrüssung um 18.45 Uhr durch Jürg Kellenberger mit einigen Informationen sowie der Vorstellung des Trainer- und OK-Teams gings denn auch schon los; die Läuferinnen und Läufer bestritten das erste Training in vier Gruppen. Nach rund einer Stunde trafen – die einen mehr, die anderen weniger erschöpft – alle wieder im Bruggerhorn ein, wo für jeden eine Starter-Tasche bereit stand.

 

Bereits für das zweite Training hatte Jürg denn auch schon eine Überraschung parat: Nach rund einem halbstündigen Lauf besuchte uns Sonja Nef, ehemalige Ski-Spitzensportlerin. Die sympathische Gruberin erzählte über eine Stunde lang aus ihrem Leben im Ski-Zirkus; ihren Erfolgen aber auch den Niederlagen und Rückschlägen. So räumte man ihr nach etlichen Knieoperationen noch eine 20%-ige Chance ein, wieder im Spitzensport Fuss zu fassen. Und genau an diese Chance glaubte Sonja – trotz Rausschmiss aus Swiss Ski, hielt sie sich das grosse Ziel vor Augen, wieder zuoberst auf der Siegertreppe zu stehen. So begann sie erneut mit dem Training, zwar jetzt allein, doch umso härter, um ihren Traum zu verwirklichen. Sonja betonte immer wieder, dass wer etwas mit ganz viel Leidenschaft betreibt, der Wille sich dazu geselle und mit einem Starken Willen man auch alles erreichen könne. Die Leidenschaft sei immer der Weg zum Ziel. Wir sollen uns aber kurz-, mittel- und langfristige Ziele setzen und uns gedanklich und mit viel positiver Einstellung an die Erreichung der gesteckten Ziele machen. Natürlich komme man nicht immer auf direktem Weg zum Ziel, doch aus Niederlagen oder Rückschlägen solle man Positives abgewinnen. Diese machen einem schlussendlich stärker, auch in Zeiten, wo diese „Wand“ vor Augen auftrete und man nicht mehr weiter wisse. Auch sie hätten diese vielen Verletzungen und Tiefschläge schlussendlich geprägt und sie stark und zu dem Menschen gemacht, der sie heute sei. Schlussendlich sei jeder selbst für sein Schicksal verantwortlich, soll die Steine, die einem manchmal in den Weg gelegt würden, selber wegräumen und weiter machen. Weiter berichtete sie, seien auch im Skizirkus nicht alle so talentiert, doch wer einen Sport mit sehr viel Leidenschaft betreibe, könne trotzdem erfolgreich sein. Das Wichtigste sei eine gute Einstellung, natürlich mit mehr oder weniger viel Arbeitseinsatz.

 

Ebenfalls halfen Sonja zum Erreichen der Ziele Vorbilder, an denen sie sich immer wieder orientieren und mit denen sie ihre Ängste und Sorgen teilen konnte. Denn es helfe sehr, zu wissen, dass man nicht alleine sei.

 

Sie berichtete auch von ihrem Umgang mit Schmerzen und riet, zu versuchen, auch dann einen Schritt nach vorn zu machen, wenn möglich nicht auszuweichen und nicht nachzugeben.

 

Immer wieder beantwortete Sonja geduldig Fragen aus der Läufer-Runde, erläuterte ihre Antworten bezogen auf den Ski-Zirkus, jedoch auch in Bezug auf das Laufen. Zum Schluss bedankte sich Jürg mit einem Gutschein für ein feines Essen und einem Lauf-Shirt samt besticktem Namen in der Hoffnung, Sonja wieder mal in unserer Runde begrüssen zu dürfen, dann aber als Läuferin.

 

Der Besuch der Riesenslalom-Weltmeisterin von St. Anton 2001, der Riesenslalom-Gesamtweltcup-Siegerin von 2002 und Riesenslalom-Weltcup-Ersten von Borneo 2003 (und vielen weiteren Erfolgen) hat uns sehr gefreut. Vor allem hat uns Sonja aber mit ihrer offenen, herzlichen, positiven und äusserst natürlichen Art beeindruckt und bestimmt viele für die bevorstehenden Trainings und Wettkämpfe motiviert. Nochmals ganz herzlichen Dank an Sonja!

 

Das Trainer- und OK-Team hat sich wiederum die Mühe gemacht, ein Programm zusammen zu stellen, in welchem viel Wissenswertes und Nützliches nachgelesen werden kann. So sind nebst den Trainingsplänen der verschiedenen Gruppen auch Tipps rund ums Dehnen, die Regeneration nach dem Training resp. unter der Woche aufgeführt, ebenso finden sich nützliche Informationen betreffend Laufschuh, Laufbekleidung sowie Interessantes zum Thema Ernährung. Aufschlussreich sind auch die Hinweise zu Visualisierung, mentale Vorbereitung, Tapering sowie zu den Wintertrainings.

 

Dieses Jahr ist neu geplant, gemeinsam an einigen Wochenenden an Läufen in der Region teilzunehmen. Einige dieser Anlässe sind ebenfalls im Programm aufgeführt. Auch werden wieder „Spezial-Trainings“ stattfinden wir zum Beispiel ein Rundlauftraining in Teufen oder ein spezielles Hallentraining in St. Margrethen.

 

Wir freuen uns auf ein weiteres tolles Lauf-Jahr unter bewährter professioneller Leitung!

 

Iris Oberle, April 2011